Reiki Online Kurse – die Reiki (R)evolution

Reiki Online Kurse – die Reiki (R)evolution

Ich habe euer Video gesehen…

wie sind denn die Reaktionen darauf?

Fragen dieser Art wurden in letzter Zeit am Telefon des Shingon Instituts öfter gestellt. Bei besagtem Video handelt es sich um unseren Beitrag zur 2020 Global Reiki Survey des Reiki Centre. Nun, eigentlich müsste die Debatte um Reiki Online Kurse in Deutschland neu geführt werden. Denn die vermutlich größte Reiki-Studie zeigt eindeutig, dass Online-Seminare und Präsenz-Seminare qualitativ gleichwertig sind. Doch tatsächlich findet diese Erkenntnis bei den Gegnern der Online-Kurse innerhalb der deutschen Reiki-Szene wenig Beachtung.

Team Mark und Eileen
Japanischer Tempel

Warum ist das so? Als die Corona-Zeit begann, brach ein Shitstorm über eben jenen Reiki-Lehrer herein, der auf Online-Seminare umstellte. Interesse an dem Thema scheint also grundlegend vorhanden zu sein. Schade ist nur, dass viele nicht bereit waren, eine sachliche Diskussion in einem freundlichen Ton zu führen. Ich frage mich bis heute, warum sich viele Vertreter der deutschen Reiki-Szene und vor allem auch die Reiki-Vereine einer konstruktiven Auseinandersetzung mit dem Thema Reiki Online Kurse fast komplett verschlossen haben. Stattdessen gab es auf den Reiki-Lehrer, der nun aufgrund des Lockdowns Online-Kurse anbot, heftige verbale Angriffe in den sozialen Netzwerken und ein Reiki-Verein startete sogar eine Kampagne gegen ihn mit einer Grafik, die aufgrund ihrer Aufmachung in den Farben schwarz-weiß-rot und der Ähnlichkeit mit einem Wahlzettel mir als Historikerin und Politikwissenschaftlerin einen Schauer des Entsetzens über den Rücken jagte und die bis zum heutigen Tag auf Facebook einsehbar ist.

In anderen Bereichen sind Digitalisierung und Online-Angebote schon lange ein wichtiges Thema. Die Corona-Krise wirkt auf diese Entwicklungen als Katalysator. In der momentanen Situation sind kreative Lösungen, Innovationen und Reflexion der bisherigen Zustände gefragt. Gerade von Vertretern einer spirituellen Methode hätte ich erwartet, dass fruchtbare Diskussionen geführt werden und man sich in einer solchen Lage gegenseitig unterstützt. Zumal die Reiki-Vereine sich für die Anerkennung von Reiki einsetzen wollen. Wenn man das Wort Berufsverband im Namen trägt, dann kann eine Lösung wohl kaum darin bestehen, dass alle, die hauptberuflich Reiki praktizieren und davon leben, in existenzielle Not geraten, obwohl es möglich ist, Online-Angebote zu erstellen. Ich habe auch kein einziges Argument gegen Reiki Online Seminare gefunden, das meiner Ansicht nach Substanz hätte. Stattdessen stolperte ich über viele Das-war-schon-immer-so-und-bleibt-auch-so-Phrasen sowie meiner Auffassung nach über eine Menge Zynismus und Hohn sowie phantastisch-dystopische Ausführungen über den Verfall der Reiki-Moral, die besser in einem SciFi-Roman aufgehoben wären als in einer ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Thema, wie es mit Reiki-Seminaren in der Corona-Zeit weitergehen soll. Auch konnte ich nicht erkennen, dass persönliche Meinungen von objektiven, allgemeingültigen Fakten und Tatsachen abgegrenzt oder Begrifflichkeiten wie Reiki Online Seminare und Ferneinweihungen klar voneinander unterschieden wurden. Sie wurden stattdessen häufig wie Synonyme behandelt.

Tempel-Löwe
Glockenturm

Ich denke, dass die Gegner der Online-Angebote Reiki in der Öffentlichkeit einen großen Schaden zugefügt haben. Bereits mehrere Kolleginnen und Kollegen sowie Bekannte haben mich darauf angesprochen, dass sie zunächst einmal nichts von Reiki wissen wollten und die Methode für fragwürdig hielten. Sie führten als Gründe an, dass man im Internet zum Stichwort Reiki zunächst einmal viel Shitstorm und inhaltslose esoterische Inhalte finde. Das finde ich alarmierend und sehr traurig. Reiki ist eine spirituelle Methode, um das Glück einzuladen. Diese Erfahrung mache ich jeden Tag, weil Reiki mich in einer Situation unterstützt, in der mir die Schulmedizin nicht weiterhelfen kann. Meiner Meinung nach sollte das Image von Reiki in der Öffentlichkeit dringend verbessert werden. Sowohl von einzelnen Personen der Reiki-Szene als auch von institutioneller Seite sollte hierfür Verantwortung übernommen werden.

Im August informierte ein promovierter Physiker und Reiki-Meister im Shingon Reiki-Netzwerk über die 2020 Global Reiki Survey des Reiki Centre. Daraufhin setzten sich Mark und ich intensiv mit dieser neuen Studie auseinander. Das Ergebnis war ein 90-minütiges Video, in dem wir über die Inhalte der Studie und die Haltung in der deutschen Reiki-Szene zum Thema Reiki Online Kurse sprachen. Elaine Hamilton Grundy findet selbst in einem Video zu ihrer Studie sehr deutliche Worte zur Ablehnung von Online-Angeboten. Sie bezeichnet dies als really ridiculous, also als wirklich lächerlich und sieht diese Haltung als einen disservice (Bärendienst) an Reiki und der Gesellschaft an. Sie empfiehlt, eine offene Haltung beim Aufbruch der Reiki-Methode in das 21. Jh. einzunehmen. Ich kann Elaine Hamilton Grundy hier nur aus ganzem Herzen zustimmen. Nun ist diese Studie sicherlich für die Gegner der Reiki Online Kurse unangenehm. Meiner Meinung ist es aber keine Option, diesen Sachverhalt einfach totzuschweigen und so zu tun, als ob nie etwas passiert wäre. Ist es in Ordnung, wenn sich einzelne Personen der Reiki-Szene und ganze Institutionen gegen einen einzigen Reiki-Lehrer wenden, indem sie monatelang öffentlich Stimmung gegen ihn machen und ihm böse Briefe schreiben, obwohl es für ihre Meinung keinerlei wissenschaftliche und daten- sowie faktenbasierte Grundlage gibt? Auch der Blick in die Geschichte gibt nichts für die Argumentation der Gegner der Online-Kurse her, da bereits früher in Krisenzeiten Ferneinweihungen eine Option waren. Für mich sieht es so aus, als ob man versucht hätte, den Ruf und die Existenz dieses Reiki-Lehrers zu ruinieren, ihn geradezu fertig zu machen. Darüber soll jetzt einfach der Mantel des Schweigens gebreitet werden? Das kann ich nicht akzeptieren, da dieses Vorgehen meiner Auffassung von Ethik und Moral, die ich sowohl als Wissenschaftlerin als auch als Privatperson vertrete, zutiefst widerspricht. Es ist in meinen Augen auch kein Argument zu sagen, dass nirgendwo sein Name genannt wurde, denn es ist ohnehin offensichtlich, wer gemeint ist. Ich finde, dass sowohl entsprechende Reiki-Kolleginnen und Kollegen als auch die Reiki-Vereine bitte Verantwortung für ihr Verhalten übernehmen sollen. Eine öffentliche Entschuldigung wäre angebracht und würde Größe zeigen.

Godaimyo
Kuji Meister Pagoden Shingon Reiki Eileen

Offizielle Vorstellung der 2020 Global Reiki Survey des Reiki Centre:

https://www.reiki-centre.com/2020-reiki-survey

Elaine Hamilton Grundy stellt ihre Studie im Video vor:

https://www.youtube.com/watch?v=gKCnXnnMOBM

Dr. Mark Hosak und Eileen Wiesmann über die Ergebnisse der 2020 Global Survey des Reiki Centre:

https://www.youtube.com/watch?v=zfFAuwoy9AY

Reiki Online Kurse – die Reiki (R)evolution

Ich habe euer Video gesehen... wie sind denn die Reaktionen darauf? Fragen dieser Art wurden in letzter Zeit am Telefon des Shingon Instituts öfter gestellt. Bei besagtem Video handelt es sich um unseren Beitrag zur 2020 Global Reiki Survey des Reiki Centre. Nun,...

Heilung durch Reiki – im Reiki Magazin 4/20

Heilung durch Reiki im Reiki Magazin 4/20 Eileen Wiesmann In diesem Artikel teile ich meine ganz persönliche Reiki-Geschichte mit dir Wie ich nach einer Operation mit einem Nahtoderlebnis zu Reiki kam Wie mir Shingon Reiki Kraft schenkte, als die Schulmedizin mir...

Ist Hochsensibilität echt zum Abgewöhnen?

Ist Hochsensibilität echt zum Abgewöhnen?   Kennst du diese typischen Sprüche? „Nimm dir doch nicht immer alles so zu Herzen!” „Wenn du in dieser Welt bestehen willst, musst du dringend stärker werden!” Ich weiß nicht mehr, wie oft ich solche und ähnliche Sätze...

Heilung durch Reiki – im Reiki Magazin 4/20

Heilung durch Reiki – im Reiki Magazin 4/20

Heilung durch Reiki im Reiki Magazin 4/20

Eileen Wiesmann

In diesem Artikel teile ich meine ganz persönliche Reiki-Geschichte mit dir

  • Wie ich nach einer Operation mit einem Nahtoderlebnis zu Reiki kam
  • Wie mir Shingon Reiki Kraft schenkte, als die Schulmedizin mir nicht mehr helfen konnte
  • Wie ich wunderbare Unterstützung erhielt und mir mein Leben Stück für Stück zurückhole

In den letzten Monaten habe ich sehr viel Unterstützung erhalten und das möchte ich gerne als zukünftige Reiki-Lehrerin an andere Menschen weitergeben. 

Eileen Reiki Magazin
Eileen Wiesmann

Es war ein ganz besonderer Moment, als ich neulich das Reiki Magazin aus dem Briefkasten holte…

und den Artikel über meine wundervollen Erfahrungen mit Reiki in gedruckter Form vor mir sah. Bisher hatte ich über andere Menschen in anderen Zeiten geschrieben. Dieses Mal geht es um meine eigene Geschichte, nämlich wie ich es mit Shingon Reiki schaffe, mich aus einer scheinbar ausweglosen Situation zu befreien.

Ich erzähle dir das,

  • um dir Mut zu machen, wenn es schwierig wird.
  • damit du siehst, wie wertvoll jeder Augenblick im Leben ist.
  • um dir zu zeigen, dass ein Ende nicht unbedingt das Ende ist.
  • um dich zu inspirieren, niemals aufzugeben.

Wow…was du, liebe Eileen, vertrauensvoll offenlegst, ist der Hammer. Ich danke dir inständig für aufgebrachten Mut und dein Vertrauen. Ich bin sehr berührt und gerührt. Und ich wusste gar nicht, was die Ursache für deine Gesundheitsstörung ist…und wie schlimm das ja die ganze Zeit auch weitergeht und zwischendurch sich zuspitzte. Ich würde dich am liebsten ganz doll – aber auch sehr vorsichtig – in den Arm nehmen. Du bist mein Vorbild an Kraft und Lebensmut. DANKE!!!

Heidrun Lerg, Reiki-Meisterin

Mark Hosak Reiki-Anwendung
Eileen mit Reiki Magazin

Ein herzliches Dankeschön

 

Mein Dank gilt allen, die mich in dieser Zeit unterstützen, allen voran Dr. Mark Hosak. Lieber Mark, wenn du nicht wärst, wäre ich nicht. Daran werde ich mich immer erinnern und das Geschenk von Reiki in die Welt tragen. Ich danke meiner lieben Familie, meinen Freunden und natürlich von ganzem Herzen dem Reiki Magazin. Lieber Oliver, es freut mich so sehr, dass du offen warst für meine Geschichte. Danke für unsere Gespräche und deine Unterstützung. Ein herzliches Dankeschön an meine liebe Kollegin Heidrun und andere, die mir eine  Rückmeldung zu diesem Artikel gegeben haben.

Möge diese Geschichte vielen Menschen Mut und Hoffnung schenken.

Reiki Online Kurse – die Reiki (R)evolution

Ich habe euer Video gesehen... wie sind denn die Reaktionen darauf? Fragen dieser Art wurden in letzter Zeit am Telefon des Shingon Instituts öfter gestellt. Bei besagtem Video handelt es sich um unseren Beitrag zur 2020 Global Reiki Survey des Reiki Centre. Nun,...

Heilung durch Reiki – im Reiki Magazin 4/20

Heilung durch Reiki im Reiki Magazin 4/20 Eileen Wiesmann In diesem Artikel teile ich meine ganz persönliche Reiki-Geschichte mit dir Wie ich nach einer Operation mit einem Nahtoderlebnis zu Reiki kam Wie mir Shingon Reiki Kraft schenkte, als die Schulmedizin mir...

Ist Hochsensibilität echt zum Abgewöhnen?

Ist Hochsensibilität echt zum Abgewöhnen?   Kennst du diese typischen Sprüche? „Nimm dir doch nicht immer alles so zu Herzen!” „Wenn du in dieser Welt bestehen willst, musst du dringend stärker werden!” Ich weiß nicht mehr, wie oft ich solche und ähnliche Sätze...

Die fünf Säulen von Reiki

Ursprung der fünf Säulen der Reiki-Methode

Im Zuge der Verbreitung von Reiki und der Entwicklung etlicher Reiki-Stile in vielen Ländern ist es manchmal schwierig nachzuvollziehen, was denn darunter noch zum Original gehört. Dafür sollte es zwischen allen Reiki-Stilen Gemeinsamkeiten geben, an deen man annähernd ihre Echtheit erkennen kann. Das sind die fünf Säulen von Reiki. Sie sind die Grundpfeiler der Usui Reiki-Heilmethode.

Die usui Lebensregeln sind eine der fünf Säulen des Reiki

Usui Lebensregeln – Kalligrafie von Dr. Mark Hosak, 2015Creative Commons Lizenzvertrag

Als der Japaner Mikao Usui, Begründer der Reiki-Heilmethode, seine Reiki-Methode entwickelte, ließ er philosophische und praktische Inhalte aus den Geheimlehren des Buddhismus (mikkyo 密教), des Schamanismus (Shinto 神道), die schamanisch-magischen des Daoismus der Bergasketen (Shungendo 修験道)  und die konfuzianischen Umgangsformen und Lehren der Samurai in sein System mit einfließen. Dabei scheint es ihm ein besonderes Anliegen gewesen zu sein, durch spirituelle Entwicklung mit geistigen Übungen zur eigenen Urnatur, also zu sich selbst zu finden. Damit hat Usui mit der Reiki-Methode einen Selbstfindungsweg und Selbstheilungsweg erschaffen. Beides kann man durch die Anwendung der fünf Säulen von Reiki sowohl für sich selbst, als auch für Hilfsbedürftige anwenden.

Reiki und die fünf Säulen

Reiki und Handauflegen

Reiki ist eine Kraft und die spirituelle Lebensenergie, die überwiegend über die Handflächen (tenohira 掌) zum Heilen mit Handauflegen (teate 手当) übertragen wird. Das  Reiki-Geben durch das Auflegen der Hände auf den Körper oder das Halten und bewegen der Hände in der Aura ist die Grundlage für die Anwendungen der Reiki-Heilmethode.

Reiki und Einweihungen

Um die Reiki-Kraft im Menschen zum Fließen zu bringen, bedarf es der Einstimmungen bzw. Einweihungen durch einen erfahrenen Reiki-Meister. Bei Mikao Usui gab es eine Einstimmung, die dann ab und an wiederholt werden musste, damit die Reiki-Kraft erhalten blieb. Dies nannte er Reiju 靈授. Wortwörtlich bedeutet Reiju “das spirituelle Empfangen”.

Einer von Usuis Schülern, der Arzt und Offizier Chujiro Hayashi hat dann das System der vier Einweihungen eingeführt. Diese werden im 1. Grad Seminar gegeben. Diese vier traditionellen Einweihungen, wie sie auch von Frau Takata zur Verbreitung von Reiki im Westen gelehrt wurden, erhalten die Reiki-Kraft ein Leben lang.

Im 2. Grad Reiki gibt es dann eine weitere Einweihung in die drei Reiki-Symbole und zum Reiki Meister die Einweihung in das Meistersymbol.

Reiki Symbole und Mantras

Zum Erweitern der Möglichkeiten gibt es Reiki Symbole und Mantras. Diese werden je nach historischer Quelle unterschiedlich benannt. Hat ein Symbol einen buddhistischen Ursprung, spricht man von Siddham (Symbol) und Mantra (gesprochenes Werkzeug um das Herz / den Geist zu vervollständigen). Diese gehen meist auf den esoterischen oder auch tantrischen Buddhismus der Shingon Schule und Tendai Schule zurück. Mantra und Siddham bedeutet auf Japanisch (shingon 真言). Ist der Ursprung eher im Shinto und Shugendo zu finden, spricht man von Zeichen (shirushi しるし) und Zaubersprüchen (jumon 呪文).

Reiki Meditationen und Geistige Übungen

Usui hat als buddhistischer Mönch besonderen Wert auf Meditationen und geistige Übungen wie zum Beispiel Atemtechniken gelegt, um die übersinnlichen Fähigkeiten der Naturbegabung zu trainieren.

Reiki und die Lebensregeln

Die Reiki Lebensregeln (gokai 五戒) sind der philosophische Unterbau der Reiki Heilmethode. Dabei geht es insbesondere um fünf einfache Sätze, mit denen man ein glückliches Leben führen kann. Sie werden beschrieben als eine geheime Methode das Glück einzuladen und als spirituelles Heilkraut oder als spirituelle Medizin für 10.000 oder unzählige Krankheiten in Körper, Seele und Geist.

Gerade an diesem heutigen Tag

ärgere weder dich noch andere

sorge dich nicht

sei dankbar

kümmere dich um dein Karma

sei freundlich zu allen Lebewesen

Darauf folgt die Anleitung für morgens und abens, dass man die Hände vor dem Herzen zusammen legen soll, dass man die Aufmekrsamkeit in sein spirituelles Herz lenken möge und dass man sie (die Lebensregeln) laut rezitieren möge.

Die fünf Säulen kannst du im Rahmen des 1. Grades Shingon Reiki und aller darauf aufbauenden Seminare lernen. Hier findest du die Erklärungen aller Shingon Reiki Seminare.

 

Reiki-Symposium 2015 in Wien

Reiki-Symposium zu Ehren Mikao Usuis

Im Jahr 2015 wird Mikao Usui 150 Jahre. Anlässlich dessen und ihm zu Ehren fanden in 2015 mehrere Veranstaltungen statt. Dazu gehört insbesondere das Reiki-Symposiun in Wien und in Berlin. Ich war auf beiden Veranstaltungen eingeladen und konnte als Teilnehmer und Referent viele wunderschöne Erfahrungen sammeln. Es ist einfach eine fantastische Energie mit so vielen Reiki-Praktizierenden gemeinsam Mikao Usui zu feiern.

Eine Kerze für Mikao Usui

Eine Kerze, die für Licht und Energie steht, eines der Themen auf dem Reiki Symposium in Wien. Drei Lichter für die Drei Mysterien von Körper, Rede und Sinn, wie sie in den Lebensregeln des Mikao Usui Verwendung finden. Foto von Mark Hosak, 2015 Creative Commons Lizenzvertrag

Reiki Symposium in Wien

Das Reiki Symposiums in Wien hatte das Motto “Reiki im Kreis des Lebens”. Daran angelehnt waren die Inhalte vieler Vorträge gestaltet. Meistens liefen mehrere Vorträge parallel, so dass jeder sich sein Wunschthema wählen konnte. Auf einige der Vorträge auf dem Symposium werde ich jetzt kurz eingehen.

Der Beginn des Lebens

Vortrag auf dem Symposum von Dr. Leopold Spindelberger

Bei diesem Vortrag ging es im großen und Ganzen um die Entstehung des Lebens von der Eizelle bis zur Geburt im Zusammenhang mit Reiki. Dabei kommen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaften wieder zusammen, wie es einst mal war. Das ist wichtig, denn durch die Trennung beider entstand die geistlose Naturwissenschaft. Dies wurde kurz anhand gefährlicher Gen-Versuche und deren Möglichkeiten veranschaulicht. Dr. Leopold Spindelberger vertritt die Ansicht, dass in das Studium einer Naturwissenschaft ebenso einige Semester in Ethik und Moral gehören.
Es folgen einige Notizen aus dem Vortrag:
  • Reiki ist vergleichbar mit dem wesentlichen Wesen, welches unsichtbar ist und dennoch wissenschaftlich erklärbar ist. Nur weil man es nicht sieht, heisst es nicht, dass es nicht da ist. Bei Reiki auf der Haut werden die inneren Organe über die Nerven erreicht. Das ist eine Anregung der Selbstheilungskräfte, weil die Flächen von Reflexzonen, Trigerzonen und Trigerpunkten mit der Reiki-Kraft versorgt werden und von da die Energie an die entsprechenden Organe weitergereicht wird..
  • Ein Vergleich der Entstehung des Lebens mit dem ursprünglichen Symbol des Christentums: der Fisch. Ursprünglich war es der Fisch, dann der heilige Knochen vom Becken, weil von da das Leben stammt. Daraus wurde später das Kreuz von Kreuzbein zu Kreuzschmerz zu Kreuz brechen und Leid. Der Fisch hängt mit der Entstehung des Lebens zusammen, weil der Mensch als Embryo noch Kiemen wie ein Fisch besitzt und diese dann später zurück entwickelt. Hinzu kommen im Mutterleib zwei Kreisläufe und zwei Herzen, die später zu einem zusammen wachsen. Herz und Lungenkreislauf ist wegen der Verbindung zur Mutter noch ausgeschaltet.
  • Ernährung ist die Basis für die Therapie der chinesischen Medizin
  • Wissenschaftler kennen nur 2 % der Gene und bezeichnen den Rest als Junk-Gene. Das hänge damit zusammen, dass Wissenschaftler im Aussen suchen und zum Beispiel Yogis im Inneren suchen.
  • Einstein und Reiki: Das Phänomen der Verschränkung ist eine Erklärung für die Reiki Fernheilung. Wenn alles mit allem verbunden ist und sich irgendwo was ändert, dann ändert sich im gesamten etwas. Leider wird die Quantenphysik kaum in die Schulmedizin integriert, obwohl es möglich wäre und diese laut Gesetz dazu verpflichtet ist, die neuesten Möglichkeit zu nutzen.
  • Involution:  bevor sich etwas entwickelt muss es eingewickelt werden. Wickelt man etwas ein ist der erste Punkt das innen und das letzte das aussen. Naturwissenschaftler sehen nur aussen und können daher das Ganze nicht erfassen. Hier sei ein Zusammenhang zur Bibel: “Der Geist war über dem Wasser und Gott sagte, es werde Licht. Folglich kommt der Mensch bei der Entwicklung zum Kern und zum Ursprung und es wird Licht. Das ist auch der Zusammenhang, dass für Gott 1000 Jahre wie ein Tag erscheinen. Demnach sind seit Jesus erst zwei Tage vergangen.
  • Die Anthroposophen gliedern den Menschen in den physischen Leib, den Ätherleib, Astalleib und die Ich-Organisation. Der Astalleib soll das andere Geschlecht aus der Zeit als darstellen, wo der Mensch noch immer ein Zwitterwesen war. Daher gibt es nicht definitf männlich und weiblich. Das ist der Grund, warum sich manche Menschen in ihrem Körper mit ihrem Geschlecht nicht wohlfühlen. Dies sei aber mittels einer Geschlechtsumwandlung möglich.
  • Hinayana Buddhismus soll durch die Meditation den eigenen anderen geschlechtlichen Anteil in sich als Weg zur Erleuchtung suchen.
  • Zölibatär heisst ehelos. Sex sei erlaubt. (ich habe dort eine Frau befragt, die Theologie studierte. Sie sagte, dass das so korrekt sei und dass man gleich zu Beginn lernt, dass man als Pastor soviel Sex haben darf, wie man will, jedoch darf man es niemanden erzählen. Außerdem bekämen Pastoren das Gehalt für ein Kind, damit sich das für sie steuerlich besser rechnet.)
  • Fruchtwasser habe einen ph-Wert von acht. Daher sei Basenkosmetik das Effektivste.
  • Das Gehen der Mutter bringt das Embryo in den Schlaf. Bis zur 32 Woche schlafe das Embryo bis zu 20 Stunden pro Tag. Daher ist gehen sehr hilfreich.
  • Bis zur 20. Woche ist das Embryo behaart wie ein Affe, was sich dann aber später wieder zurückbildet.
  • Ab der 30. Woche kann das Embryo Schmerzen empfinden und daher auch auf Reiki reagieren
  • Zuckerhaltige Ernährung der Mutter gibt dem Kind/Embryo einen Energieschub. Es wacht auf und schläft nicht genug. Das führe zu Stress. Außerdem gewöhne es sich daran und bekäme daher später ADS.
  • In der 36. Woche ist es dann entwickelt und lebensfähig.
  • Bis zur Woche 40 sei mit TCM eine Wendung mit Kopf nach unten möglich. Drehung gelang auch schon durch Reiki Mentalheilung in einem zehnminütigen Zwiegespräch zwischen Mutter und Kind kurz vor der Geburt. Dabei soll sich das Kind gewendet haben, was einen Kaiserschnitt unmittelbar abgewendet habe.
    Drehe dich denn Kaiserschnitt willstbdu nicht
  • Je mehr und je früher man eingreift, umso komplizierter wird die Geburt
  • Bei der Geburt sei es hilfreich, wenn man der Mutter als Helfer die Reiki-Hände auf das  Dantien (unterhalb des Bauchnabels legt) bei geburt legt
  • Homöopathisiertes Meteoreisen soll der Frau Yang Energie als Hilfe zur Geburt geben.
  • Wenn sich Männer mit Yang Energie verbinden uns die Energie runterholen, könne sie das auf die Frau übertragen.
  • Erhöhte Gesundheitsrisiken für Kinder mit Kaiserschnitt. Beim Kaiserschnitt wird kein Oxytozin (Bindungs- und Liebeshormon) ausgeschüttet. Dann dauert es bis Mutter und Kind zusammen finden. Bei normaler Geburt wird sehr viel Oxytozin ausgeschüttet.
  • Das Qi (Lebensenergie) ist zwischen Patrix und Matrix. Das Qi komme vom Stern Asterix.

Die ganze Vielfalt der Lebensenergie

VORTRAG AUF DEM SYMPOSiUM VON Oliver Klatt

In diesem sehr aufschlussreichen Vortrag ging Oliver Klatt passend zu seinem kürzlich erschienenen neuen Buchtitel “Die Heilkraft der Lebensenergie” auf die Begriffe für Lebensenergien in verschiedenen Ländern und spirituellen Traditionen ein.

Hier einige Beispiele für Lebensenergie

  • Baraka im Islam
  • Prana auf Sanskrit in Indien – Dabei soll Akasha auf Prana als Ursprung einwirken
  • Shekina ist vom göttlichen Licht abhängig, welches vom oben herab strahlt
  • Qi in China
  • In der Yohoba Tradition Asshee (Spieituelle Elektrizität)
  • Awen Lebensenergie der Druiden als strömender Geist
Im weiteren Verlauf ging es über die Definitionen hinaus darum, was Lebensenergie macht, wo sie vorkommt und wie sie einwirkt.
  • Dion Fortune soll gesagt haben, dass Lebenskraft alles bewahre, was ist. Erst wird eine Form geschaffen (ich nehme an, dass es sich um eine Gedankenform/Thoughtform handeln soll), die dann mit Lebensenergie gefüllt wird, die wiederum erhalten werden soll, um eine dauerhafte Wirkung zu haben.
  • In Reliquien und persönlichen Gegenständen wie etwa in Ringen werden die Kräfte bzw. Lebensenergien der Besitzer verewigt, besonders dann, wenn sie lange in einem persönlichen Besitz waren. Das gilt auch für Kunstwerke. So kann ein gemaltes Bild in einem Museum besser aufgehoben sein als im Wohnzimmer, wenn man selbst mit der darin geladenen Energie nicht näher in Berührung kommen will.
  • Jede buddhistische Belehrung ist von einem Energiefluss erfüllt. Buddhas werden in Ritualen zum Leben erweckt.
  • Eine Kraft wohnt dem Raum inne.
  • Kabbalistische Buchstaben strahlen energie aus.
  • Der Drache und die Schlange stehen für Energie. In China beinhaltet er alle Tiere in Wasser, Land und Luft als repräsentant aller Bewegungen

Dankbares Leben – erfülltes Leben

VORTRAG AUF DEM SYMPOSiUM VON Bruder david

Bruder David hat mich besonders berührt. Er ist etwa 90 Jahre alt, wirkt aber äußerlich und geistig eher 30 bis 40 Jahre jünger. Das scheint das Resultat eines dankbaren und erfüllten Leben zu sein.
Es folgen einige Notizen aus dem Vortrag:
  • Dankbar sein und danke sagen sind zwei verschiedene Dinge.
  • Ein gegebener Augenblick ist das grösste und wertvollste Geschenk. Man kann ihn nicht erkaufen. Bruder David freut sich in dem Augenblick über die brennende Kerze auf dem Tisch vor ihm
  • Glück ist nicht beständig. Freude kann immer da sein.
  • Auch wenn etwas Unangenehmes passiert, kann für die Gelegenheit dankbar sein.
  • Angebote sich zu freuen sind zahlreich und Gelegenheiten etwas zu lernen und daran zu wachsen ebenso. So soll man die Gelegenheit nutzen zu protestieren. Das führte bei Bruder David dazu, dass sein Protest mit anderen einen Atombomben-Abwurf auf Vietnam verhinderte.
  • Der Augenblick gibt Möglichkeiten und die Kraft zur Verwirklichung
  • Wer ist dankbar, wenn ich dankbar bin?
  • Manche leben von den Augenbrauen aufwärts und vergessen, dass sie einen Leib haben. Wer hat den Leib? Das ist das selbst, welches über Raum und Zeit erhaben ist. Mit dem Leib ist das ich begrenzt. Der Leib begrenzt das Selbst in Raum und Zeit. Das Selbst ist nicht gebunden und doch gebunden. Jedes ich ist einmalig
  • Ich selbst bedeutet Lebensfülle.
  • Jetzt und nicht in der Zeit, wenn ich nicht ich selbst bin.
  • Wo ist das jetzt? Die zeit ist im jetzt.
  • Auf die Aussage, ob das nicht Haarspalterei ist, folgt die Antwort, dass man ein Haar spalten kann, solange man eines hat.
  • Die Zeit läuft ab und das Jetzt bleibt jetzt
  • Mit dem Jetzt kommt man zur Lebensenergie
  • Wie soll man das Selbst mit Dankbarkeit aktivieren?
    • Es ist eine einfache Methode aber nicht leicht – Zunächst innehalten – Wenn wir von der Zeit mitgerissen werden, ist man Sklave der Zeit. Um das brechen muss man innehalten!
    • Einfach einen Augenblick innehalten, wenn man etwas beginnt. Dann wird alles, was man weitermacht anders. Wenn man einen Schlüssel hineinnsteckt innehalten.
    • Dann nach der Gelegenheit mit allen Sinnen Ausschau halten
    • Blume anschauen,riechen, anfühlen
    • Der Augenblick schenkt etwas und dann Energie durchfliessen lassen.
  • Das Selbst und der heilige Geist – Wir sind mit der göttlichen Wirklichkeit eins. Dem selbst wurde ein Name gegeben. Paulus sagt ich lebe aber nicht der Christus in mir. Der heilige Geist ist das Dynamische dabei.
  • Im Buddhismus ist der Ursprung das Nicht aus dem alles kommt. Der Sprung aus dem Nichts in die Fülle.
  • Alles was es gibt ist das Wort in dem Sinne: es spricht mich an. Ich kann auch antworten und das ist dann das Ego.
  • Geist des Verstehenes durch tun und tun in Liebe und ja sagen zum Leben ist der heilige Geist. Das bringt uns in Verbindung mit dem göttlichen Geheimnis
  • Es kann begrifflich nicht begreifen oder erfassen, aber wir können es verstehen., indem wir uns hineinastellen oder auseinandersetzen. Ein Bild für verstehen ist Musik, weil man daran nicht viel begreifen kann.
  • Begriffe mache ergriffen und weise. Dann fliesst die Lebensenergie durch uns durch Das was uns antreibt, ist der heilige Geist
  • Warum spircht man von Seelen? Ich gibt es unzählige. Alle haben ein selbst gemeinsam. Was mich zum mich macht, ist die Seele
  • Das Gott von uns getrennt ist, ist ein Irrtum. Wir leben in Gott – Pantheismus: Alles ist Gott – Ja, aber Gott geht noch über alles hinaus. Dazu gehört noch die Beziehung zu allen, was es gibt
  • Sie sind in uns und Gott ist in uns und wir sind in Gott. Das ist wie eine Schale mit Meerwasser und die Schale gleichzeitig im Meerwasser.. Das Meer geht über alles hinaus. Vom Funken sprechen die Mystiker. Der Funke ist der Anfang.
  • An Müdigkeit lernt man Geduld, wenn man bei den Übungen müde wird.
  • Was ist Vertrauen?  Vertrauen bedeutet Glaube. Das Gegenteil ist Furcht. Es hilft zu unterscheiden zwischen Angst und Furcht. Angst ist unvermeidlich im Leben. Kommt von angustia Enge. Wir kommen durch einen engen Geburtskanal. Da haben wir noch instinktiv die Begabung mitzumachen. Angst ist das sich Streuben dagegen. Durch Enge kommt man in eine neue Weite. Je enger desto weiter wird es.
  • Mut kann man nur haben wenn man angst hat, weil man denkt, dass man durchkommt, wenn es eng wird. Angst ist eine Gelegenheit auf unser Vertrauen im und auf das Leben.
  • Todesangst hat fast jeder. Kaum einer ist gelassen. Tod ist eine Enge in ein neues  Leben wie in eine neue Geburt
  • Was ist Gnade? Das Leben ist Gnade. Gnade ist ein Geschenk. Es ist dasselbe Wort. Alles ist ein Geschenk. Daraus ist die Kraft gegeben, daraus etwas zu machen. Das Geschenk gibt die Kraft, etwas daraus zu machen.
  • Ein Begnadeter Tänzer lässt alles los, so dass das nur noch der Tanz übrig bleibt und man denkt nicht mehr daran, wie man dabei aussieht. Wenn man so ist, wie man ist, ist man begnadet. Gnade kann man als Kraft sehen, die uns das Leben schenkt zugleich mit der Gelegenheit und diese zu nutzen. 90% der Zeit ist die Gelegenheit etwas zu geniessen. Wir schlafen und wachen erst auf, wenn etwas Unangenehmes passiert.
  • Dankbarkeit gebührt nur dem Schöpfer.
  • Bedeutung von Kirchenaustritten: Sie sind im gleichen wasser aber nicht im gleichen Kanal. Der Kanal ist unwichtig. Es ist das Fliessen, was wichtig ist.
  • Spiritualität bedeutet Lebenshauch und Lebendigkeit kommt von spiritus.
  • Wird die Kirche wieder spirituell werden? Kirche heisst auch Institution. Wenn Gruppe zu gross wird, muss sie sich institutionieren. Institut wird für einen Zweck gegründet. Vergisst man den Zweck, wird es zum Selbstzweck. Die Mitglieder müssen die Institution auf die ursprüngliche Idee zurückführen.
  • Aus Furcht entspringt Macht, Geiz, Habsucht, Gewalt. Das muss ersetzt werden durch Zusammenarbeit und Teilen. Auch aus rostigen Rohren kommt lebendiges Wasser.

Die Usui-Lebensregeln im Kreis des Lebens

VORTRAG AUF DEM SYMPOSiUM VON Mark Hosak

Ein zweiten Tag auf dem Symposium wurde mir selbst die Ehre zuteil, einen Vortrag über die Usui Lebensregeln im Kreis des Lebens zu halten. Darauf habe ich mich lange gefreut, weil ich dort einige neue Übersetzungen vorstellen konnte: Gedenkstein, Kalligrafie und die Instruktionen des Meiji-Tennô an das Volk, die auf dem Gedenkstein Erwähnung finden.
Die Lebensregeln haben mit dem Kreis des Lebens zu tun, weil sich in Usuis Leben viele Kreise schlossen, die ihn schließlich auf den Kurama Berg führten, um dort auf der Bergspitze die Reiki-Kraft zu empfangen. Dies ist das Fallen eines Steins in einen See, dessen Wellen um sich herum immer größere Kreise ziehen.
So hat Mikao Usui Reiki vom Berg geholt und es weitergegeben, so dass es bis heute nicht aufhörte, auf der ganzen Welt immer neue Kreise zu ziehen. Die genauen Inhalte des Vortrags beschreibe ich in einem separaten Artikel über die Usui Lebensregeln und über den Meiji-Tenno.

Meiji-Zeit

Mikao Usui in der Meiji-Zeit (1868-1912)

Der folgende Artikel beschreibt die historischen Zusammenhänge aus Mikao Usuis (1865-1927) Leben und der Meiji-Zeit (1868-1912).

Die Meiji-Zeit ist eine Periode in der japanischen Geschichte, die weite Teile des Lebens des Mikao Usui umfasst. Sie beginnt mit der Inthronisierung des Kaisers Mutsuhito (1852-1912) im Jahre 1868. Zu jener Zeit war Mutsuhito gerade mal 16 Jahre alt, daher hatte er seit Anbeginn der Regierung politische und militärische Berater. Es heisst zwar, dass er nach der über tausend Jahre währenden Herrschaft der Samurai durch den Shogun 将軍, die vollständige Macht des Tenno wieder erlangt hatte, jedoch war er kaum in der Lage so jung ein Land zu führen.

Usui soll dem Meiji-Tenno sehr gut gesonnen gewesen sein. Es heisst, dass er ihn sogar verehrte. Dazu gibt es auch Hinweise auf dem Gedenkstein des Mikao Usui bei seinem Grabe beim Tempel Saihôji in Tokio. Auf der Inschrift heisst es im Teil der Usui-Lebensregeln, dass man zuerst den Instruktionen des verstorbenen Meiji-Tenno folgen solle. Dies sei die Grundlage der kontemplativen Meditation mit den Lebensregeln.

Ausgehend davon, dass Mikao Usui ein gebürtiger Samurai aus der Familie des Chiba-Clans war und die Samurai sich als Beschützer des Tenno sahen, ist die Verehrung des Tenno kaum verwunderlich.

Während sich Japan in der Meiji-Zeit wandelte, probierte sich Usui in verschiedenen Tätigkeitsfeldern. Das war für damalige Verhältnisse normal, weil die ursprünglichen Tätigkeiten als Samurai nicht mehr ausgeführt werden konnten. Lediglich Kampfkunst und Spiritualität gehörten weiterhin zum kulturellen Leben. Als ehemaliger Samurai trainierte Usui offenbar Zeit seines Lebens Kampfkunst und als Mönch der Tendai Schule des Tantrischen Buddhismus war er für seine Zeitgenossen als spiritueller Lehrer und Heiler tätig. Die Lebensregeln soll Usui bereits seit dem Jahre 1917 gelernt haben. Das sind etwa vier Jahre bevor Mikao Usui den Kurama-Berg bestieg und während seiner Vision (manche nennen es auch Erleuchtung) in Reiki eingeweiht wurde.

Was Usuis Broterwerb anbelangte, war er wohl für eine Weile Sekretär des Politikers Shinpei Goto 後藤 新平 (1857-1929) und versuchte mehrfach sich selbstständig zu machen. Das schien nicht immer erfolgreich gewesen zu sein. Für die damalige Zeit keine Seltenheit, denn viele ehemalige Samurai versuchten hier und da Fuß zu fassen. Zudem hatte es den Anschein, dass er sich nicht von seinem spirituellen Weg abhalten ließ, da er die Sage-Brauerei seiner Familie nicht übernehmen wollte.

Die Öffnung Japans gegenüber dem Westen und das Lernen wollen vom Westen in der Meiji-Zeit, hat es Usui selbst ermöglicht, in den Westen zu reisen, wobei nicht ganz genau sicher ist, wohin er sich genau begab. Auf dem Gedenkstein heisst es lediglich dazu, dass er in den Westen reiste. Mit dem dort für den Westen verwendeten Begriff ôbei 欧米 ist Europa und Amerika gemeint.

Der Ära-Name Meiji

Kaiser Mutsuhito wählte für die lebenslange Regierungszeit ab Inthronisierung den Begriff Meiji 明治 als Ära-Name. Gewöhlich ist es so, dass ein jeder Kaiser (jap. Tenno) zur Thronbesteigung eine eigene Jahresdevise (nengô 年号) wählt. Damit beginnt dann ebenfalls die Zählung der Jahreszahlen, statt des gregorianischen Kalenders. Meiji 1 entspricht der Jahreszahl 1868. Das letzte Jahr der Meiji-Zeit ist das Todesjahr des Tenno. Nach seinem Tode bekam der Kaiser Mutsuhito den posthumen Namen Meiji-Tenno. Man spricht ab dem Zeitpunkt über die Meiji-Zeit und vom  Meiji-Tenno, nicht mehr vom Kaiser Mutsuhito.

Mikao Usui wurde drei Jahre vor Beginn der Meiji-Zeit geboren. Weite Teile seines Lebens betreffen daher die Meiji-Zeit. Nach dieser folgte die Taishô-Zeit (1912-1926), welche genau die letzten 14 Jahre seines Lebens umfasste. Der Gedenkstein wurde 1927 im ersten Jahr der Shôwa-Zeit (1927-1989) bei seinem Grabe von Samurai errichtet.

Usui und der Meiji-Tenno

Auf dem Gedenkstein des Mikao Usui in Tokio, beim Tempel Saihoji, wird erwähnt, dass es sich bei den Usui-Lebensregeln um die Lehre des Mikao Usui handelt. Gleichzeitig heisst es dort auch, dass man grundlegend den “Instruktionen des verstorbenen Meiji-Tennô” Folge leisten sollte. Daher kam es im Westen einst zur Annahme, dass die Usui-Lebensregeln ebenfalls vom Meiji-Tenno verfasst wurden. Dagegen sprechen jedoch einige historische Fakten.

Der japanische Religionswissenschaftler und Reiki-Meister Tokida erklärt dazu folgendes: Die Mehrzahl der heutigen Japaner kann derart komplexe Texte in klassischer japanischer Schriftsprache kaum noch lesen, geschweige denn verstehen. Im Japanischen ist das Befolgen des Meiji-Tenno, dem Durchführen der Meditation mit den Lebensregeln vorangestellt. Dies bedeutet, dass zu damaliger Zeit der Meiji-Tennô über der Lehre des Usui stand. Zu jener Zeit bis Ende des Zweiten Weltkrieges ging man davon aus, dass der Tenno göttlicher Abstammung sei.

Manche Reiki-Meister im Westen sind der Ansicht, dass die Beschäftigung und Rezitation der Gedichte des Meiji-Tenno im Zusammenhang mit Reiki und den Lebensregeln ebenso wichtig seien und, dass diese sogar für spezielle Anwendungen im Zusammenhang mit Reiki, wie etwa der Mentalheilung, benutzt wurden. Dem soll hier weder widersprochen, noch soll dies hier näher beleuchtet werden. Tokida entgegnet dem hingegen, dass die Gedichte lediglich ein persönlicher Ausdruck von Emotionen aus seinem Leben sind. Folglich sollen sie weder etwas mit Reiki, noch mit dem Befolgen der kaiserlichen Instruktionen zu tun haben.

Die kaiserlichen Instruktionen beziehen sich auf einen kaiserlichen Erlaß (chokugo 勅語) bzw. auch ein kaiserliches Dekret, genannt chokurei 勅令, im Rahmen einer Rede des Meiji-Tenno an das Volk vom 30. Oktober 1890. Darin sind 12 Punkte über tugendhaftes Verhalten enthalten, jedoch keine der fünf Lebensregeln des Mikao Usui, wie sie auf dem Gedenkstein und auf der Kalligraphie erklärt werden. Der japanische Begriff chokurei 勅令 für das kaiserliche Dekret, erinnert zudem von der Aussprache an das Symbol zur Kraftverstärkung des zweiten Grades Usui Reiki.

Die Inhalte des Dekrets zeigen Sätze auf, die an einige alte Übersetzungen der Usui-Lebensregeln erinnern. Bisweilen wurde vermutet, dass solche Versionen der Lebensregeln von Frau Takata stammen. Das scheint damit nun vorerst widerlegt. In jedem Fall müssen diese Inhalte jemanden in der Geschichte des Reiki bekannt gewesen sein, denn sonst hätten sie kaum Einzug in den Text der Lebensregeln, als Übersetzung, finden können.

Der Ursprung der Lebensregeln ist initial aus Sicht von Dr. Mark Hosak, eher auf die Quellen zurückzuführen, auf die Usui als Mönch zurückgegriffen hat. Denn es gibt ein Sutra des tantrischen Buddhismus, welches 108 Verhaltensweisen aufzeigt, deren Zusammenfassung die fünf großen Themen der Usui-Lebensregeln darstellen.

Die Bedeutung des Ära-Namens Meiji

Den Namen der Ära soll Tenno Mutsuhito selbst für die Meiji-Zeit ausgesucht haben. Bedeutungen der Kanji (Schriftzeichen) von Meiji:

Mei 明 – Licht, Helligkeit, klar und hell, Weisheit, Mantra

Ji 治 – Friede, heilen, gesunden, beruhigen und regieren

Zusammen ergeben sich mehrere Übersetzungsmöglichkeiten:

  • Lichtvoller Friede
  • mit Licht heilen
  • weise regieren
  • Mantra des Friedens

Historisch bekannt ist jedoch diese Übersetzung:

  • Aufgeklärte Herrschaft

Die Gesinnung des Meiji-Tenno

Der Meiji-Tenno war ein leidenschaftlicher Dichter und Kalligraf. Beides nutzte er, um seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen, während er durch die Ereignisse der sich wandelnden Ära innenpolitisch, außenpolitisch, kulturell und militärisch in zahlreiche Themengebiete involviert war.

Nun heisst es vom Meiji-Tenno, dass ihm das Führen der Kriege gegen China und Russland gesundheitlich nicht bekommen seien und diese ihn erheblich altern ließen, wenngleich er hätte viel älter werden können.

Von daher sind die Übersetzungen seiner Jahresdevise Meiji 明治 entsprechend einzuordnen. Die Übersetzung “aufgeklärte Herrschaft” scheint eher einen politischen Einfluss zu zeigen, mit dem der Meiji-Tenno als Herrscher gezeigt wird, der Japan zur Grossmacht führte. Ob sich das der 16jährige Meiji-Tenno zu seinem Regierungsantritt selbst so vorstellte, während man die Jahresdevise auch mit “lichtvollen Frieden” oder “Mantra des Lichts” übersetzen kann, mag jeder Leser selbst entscheiden.

Die Meiji-Restauration

Vorgeschichte 1: Politik der Abkapselung

Etwa 250 Jahre führte Japan unter der Herrschaft des Shogun eine Politik der Abkapselung sakoku 鎖国 von der Aussenwelt. Dabei war es Japanern nicht erlaubt das Land zu verlassen und Ausländer durften das japanische Inselreich auch nicht betreten. Die einzige Ausnahme war die kleine künstliche Insel Dejima 出島 vor Nagasaki. Dort herrschte ein reger Handel mit den nicht christlichen Niederländern, die keine missionarischen Ambitionen zeigten.

Vorgeschichte 2: Wie sich Japan dem Westen öffnete

Aufgrund der Abkapselung, konnten keine Schiffe, nachdem sie den Pazifik überquert hatten, in Japan landen um das Land mit Proviant zu versorgen. Das war den Amerikanern ein Dorn im Auge. So kam es 1853 zur Öffnung der Häfen, als Commodore Perry mit seinen schwarzen Schiffen (kurofune 黒船) samt Kanonen das Feuer eröffnete.

Die militärische Unterlegenheit der Japaner hätte dazu führen können, das Japan wie die anderen Nachbarländer, kolonialisiert wird. Um dem entgegenzuwirken, begann eine Zeit der Anpassung an Europa in wirtschaftlicher, kultureller, politischer und militärischer Hinsicht.

Die Abschaffung der Samurai

Bis zum Beginn der Meiji-Zeit 1868 und noch darüber hinaus, kam es in Japan zu etlichen Umstrukturierungen. So führte die Einführung der Wehrpflicht dazu, dass der Stand der Samurai nutzlos wurde. Die Samurai versuchten zwar sich dem zu widersetzen, scheiterten jedoch bei den Aufständen, bis schließlich 1867 der letzte Shogun abdankte.

1876 wurde dann der Samurai-Stand abgeschafft. Zu der Zeit war Usui gerade 21 Jahre alt. Er wurde als Samurai, drei Jahre vor der Meiji-Zeit, geboren und folglich als Samurai erzogen. Somit bekam er den Wandel dieser Zeit umfassend mit.

Bis 1877 kam es während des Wandels in der Meiji-Zeit zu einigen Rebellionen. Die Samurai glaubten, sie würden mit ihrem Stand dem Tenno ihre Treue und Ergebenheit zeigen. Die Berater hingegen, die eng mit dem Tenno zusammenarbeiteten, betrachteten die Samurai jedoch als Gegner des Tenno. Der Tenno selbst stand zwischen den Parteien.

Die Abschaffung der Samurai mit allen Konsequenzen und die Inthronisierung des Meiji-Tenno ist die Grundlage für alle weiteren Entwicklungen in Japan. Dieser Zeitabschnitt wird als Meiji-Restauration bezeichnet.

Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk von Dr. Mark Hosak ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.

Meiji-Tenno

Der Usui-Gedenkstein und der Meiji-Tenno

Von Mikao Usui heisst es auf seinem Gedenkstein, dass er dem Meiji-Tenno zugewandt und ergeben war. Dies hängt sicherlich damit zusammen, dass Usui in eine Samurai-Familie geboren wurde. Die Samurai sahen sich besonders in der Meiji-Zeit (1868-1912) dem Meiji-Tenno gegenüber als loyale Beschützer, auch wenn es historisch so beschrieben wird, dass sie sich gegen den Meiji-Tenno aufgelehnt haben.

Usui Familiengrab links und Gedenkstein des Mikao Usui mit Hinweis auf den Meiji-Tenno neben einer wunderschönen Kiefer

Der Gedenkstein des Mikao Usui bei seinem Grabe im Saihoji Tempel. Ansicht von links hinter dem Usui-Familien-Grab. Foto von Mark Hosak, 2013Creative Commons Lizenzvertrag

Auf dem Gedenkstein beim Grabe des Mikao Usui wird erwähnt, dass es sich bei den Usui Lebensregeln um die Lehre des Mikao Usui handeln soll. Bei denen das Befolgen der Instruktionen des Meiji-Tenno ein wichtiger Bestandteil ist. Dies erweckte bei manchen im Westen den Anschein, dass die Lebensregeln ebenfalls vom Meiji-Tenno verfasst wurden. Dagegen sprechen jedoch mitunter einige historische Fakten.

Viele moderne Japaner können heute derart komplexe Texte in klassischer japanischer Schriftsprache kaum noch lesen, geschweige denn verstehen. Im Japanischen ist das Befolgen der Instruktionen des Meiji-Tenno, dem Durchführen der Gasshô-Meditation mit den Lebensregeln vorangestellt. Diese Sichtweise führte dazu, dass Usui die Instruktionen des Meiji-Tenno über seine eigene Lehre gestellt hat bzw. das diese für Usui als Grundvoraussetzung galt. Zu jener Zeit bis Ende des Zweiten Weltkrieges ging man davon aus, dass der Tenno göttlicher Abstammung sei.

Manche Reiki-Meister im Westen sind der Ansicht, dass die Beschäftigung und Rezitation der Gedichte des Meiji-Tenno im Zusammenhang mit Reiki und den Usui Lebensregeln ebenso wichtig seien. Dem wird jedoch entgegnet, dass die Gedichte lediglich ein persönlicher Ausdruck von Emotionen sind. Folglich haben sie weder etwas mit Reiki, noch mit dem Befolgen der kaiserlichen Instruktionen des Meiji-Tenno zu tun.

Die kaiserlichen Instruktionen des Meiji-Tenno beziehen sich nämlich auf einen kaiserlichen Erlaß (chokugo 勅語) bzw. ein kaiserliches Dekret (chokurei 勅令), im Rahmen einer Rede des Meiji-Tenno am 30. Oktober 1890, bei der er selbst zum Volk gesprochen hat. Darin sind 12 Punkte über tugendhaftes Verhalten enthalten, jedoch keine der fünf Lebensregeln des Mikao Usui, wie sie auf dem Gedenkstein und auf der Kalligraphie erklärt werden.

Vergleicht man die Inhalte der 12 Punkte mit alten Übersetzungen der Lebensregeln, so fallen einige Ähnlichkeiten auf. Oft wurde vermutet, dass bei den Lebensregel-Übersetzungen, wie “Ehre deine Eltern” oder “Verdiene dein Brot ehrlich”, ein Zusammenhang zu den zehn Geboten des Christentums bestehen könne und dass jemand aus dem Westen diese Inhalte hinzugefügt habe. Dies scheint jedoch in mehrfacher Hinsicht ein Irrtum zu sein, da erstens in dem Erlass des Meiji-Tenno genau solche Sätze auftauchen, was zweitens bedeutet, dass es schon früh Verwechslungen zwischen den Usui Lebensregeln und dem Erlass des Meiji-Tenno gegeben haben muss.

Erlass des Meiji-Tenno auf Japanisch

両親に孝行し、兄弟姉妹が仲良く助け合い、夫婦が互いに調和し、友人どうしが信じあい、他人を敬い自分を慎んで自己を抑制し、人々に博愛で接し、学問を修め技術を習う、これらによって知識と能力を自己の中から発展させ、優れた人格者として完成して、そして自発的に公共の利益を求め、国家、社会に必要な仕事を見出し、常に国の憲法を重視し、国の法律に従い、もし有事になれば正義と勇気を持って社会に奉仕する事により、きわまることの無い天地のような永遠に続く皇室を守るべきである。このような人は、私(天皇)一人に対して忠誠で善良な国民であるだけでなく、同時にあなたの先祖の残したすぐれた伝統、功績を世に知らせるのである。
このような道は、代々にわたる私の先祖達の残した教訓であって、子孫である全国民が遵守すべき事柄で、これを昔から今まで守り続けても誤りが無く、国内同様国外で行っても道理に外れるものではないので、私(天皇)はあなたがた国民と一緒に、これを忘れないように心に刻み、完成された人格を共有したいと切に願っている。

Erlass des Meiji- und Nachtrag auf Deutsch

Übersetzung von Japanologe Dr. Mark Hosak

Liebe und ehre deine Eltern. Gehe friedlich und hilfsbereit mit deinen Geschwistern um. Ehepartner sollen gegenseitig für Harmonie sorgen. Freunde sollen einander vertrauen. Andere soll man respektieren und sich selbst zügeln und beherrschen. Den Menschen soll man mit Philantropie (Menschenliebe) begegnen. Wissenschaft soll man studieren und die Technik erlernen. Auf diesem Wege sollen wir unser Wissen und unsere Fähigkeiten erweitern. Menschen von hohem Rang sollen sich vervollkommnen und aus eigener Kraft nach dem Gemeinwohl streben. Man soll einem Beruf nachgehen, der dem Staat und der Gesellschaft dienlich ist. Dabei soll man stets die Bedeutung der Verfassung des Staates im Auge behalten und die Gesetze des Landes befolgen. Bei Bedarf soll man Gerechtigkeit und Mut zeigen und mit diesen Dingen der Gesellschaft seinen Dienst erweisen. Dies ist zwischen Himmel und Erde für alle Ewigkeit zu befolgen. Solche Menschen sind für mich (Tennô) nicht nur loyale und tugendhafte Bürger, sondern sie werden auch die Nachkommen wissen lassen, was dies für eine außergewöhnliche Tradition und verdienstvolle Leistung ist. Solch ein Weg ist die Unterweisung, die uns unsere Ahnen hinterlassen haben. Alle Bürger unserer Nachkommen sollen diesen Sachverhalt befolgen. Unabhängig davon, ob das von früher bis heute befolgt wurde, was auch im Inland und Ausland geschehen wird, gibt es keinen Grund, der Vernunft den Rücken zu kehren. Daher möchte ich (Tennô) dies mit euch meinem Volk unwideruflich im Gedächtnis festschreiben. Aufrichtig bete ich dafür, dass die Vervollkommnung unserer Persönlichkeit zu unserem gemeinsamen Besitz wird.“

Nach dem Tod des Meiji-Tennô 1912, bürgerte sich sodann hierzu der Begriff Meiji-Tennô no ikun (vom verstorbenen Meiji-Tennô hinterlassene Instruktionen) als feststehende Redewendung ein. Insofern lässt sich feststellen, dass hier auf dem Gedenkstein, dessen Platz für den Inhalt begrenzt ist, gewisse teils historische Schlüsselwörter benutzt werden, hinter denen sich sehr viel mehr verbirgt, als es zunächst den Anschein hat. Da Usui zu seinen Lebzeiten diesen kaiserlichen Erlass mitbekommen hatte und danach lebte, ist es nicht verwunderlich, dass dies hier Erwähnung findet.

Auffällig bei den Instruktionen des Meiji-Tenno ist die erste Aufforderung: „Liebe und ehre deine Eltern.“ Diese ähnelt nämlich einer von vielen kursierenden Übersetzungen der Lebensregeln mit den Sätzen „Ehre deine Eltern, Lehrer und die Älteren; gerade heute verdiene dein Brot ehrlich“. Davon ist jedoch in Wort und Schrift nichts in den fünf Lebensregeln zu finden. So hat es den Anschein, dass sich irgendwann mal jemand mit den kaiserlichen Instruktionen beschäftigt hat und diese den Lebensregeln des Mikao Usui zuschrieb; dafür andere Sätze wegließ. Auch könnte man annehmen, dass es weitere unbekannte Quellen der Lebensregeln des Mikao Usui gibt. Solange diese im original Japanischen nicht auftauchen, sind das reine Spekulationen.

Interesse an Übersetzungen?

Bei Interesse an Übersetzungen aus dem Japanischen von Japanologe Dr. Mark Hosak bitte einfach eine Email an: markhosaka-at-shingon-reiki.de. -at- bitte gegen @ austauschen.

Dr. Mark Hosak ist spezialisiert auf japanische Texte in den Bereichen Buddhismus, Spiritualität, japanische Kultur, Reiki, Kampfkunst und Schamanismus.

Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk von Dr. Mark Hosak ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.